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Theater Münster: 160 Stimmen gegen Antisemitismus

Titelbild: Presseamt Münster / MünsterView“.

Am 1. September 2022 um 18.00 Uhr führen das Sinfonieorchester Münster, das Israel Symphony Orchestra Rishon LeZion (Israel) sowie der Chor der Katholischen Universität Lublin (Polen) und Chormitglieder des Teatr Muzyczny w Lublinie gemeinsam die Sinfonie Nr. 2 „Auferstehung“ von Gustav Mahler im St.-Paulus-Dom in Münster auf. Einlasskarten sind ab 8. August kostenlos an der Theaterkasse erhältlich. Münsters Generalmusikdirektor Golo Berg dirigiert die Ensembles, als Solistinnen konnten Christiane Libor (Sopran) und Stefanie Irányi (Mezzosopran) gewonnen werden.

Anschließend reisen die Ensembles nach Israel und treten am 11. September 2022 im Meir Nitzan Performing Arts Center, Rishon LeZion sowie am 12. September 2022 im Performing Arts Center – Shlomo Lahat Opera House, Tel-Aviv auf.

Christiane Libor
Photo Credit: Privat

Die Klangkörper werden von offiziellen Delegationen der drei Partnerstädte begleitet. Unter anderen wird Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe mitreisen und Vertreter der Städte Rishon LeZion und Lublin treffen. Letztere werden zuvor auch in Münster erwartet – dort sind unter anderem eine Kranzniederlegung am Zwinger und ein Besuch der Villa ten Hompel geplant.

Das jüdische Leben in Deutschland, Israel und Polen ist aufgrund der gemeinsamen dramatischen Historie eng miteinander verbunden. Die Städte Lublin, Rishon LeZion und Münster pflegen auch aus diesem Grund seit vielen Jahren eine Dreiecksstädtepartnerschaft.

Mit diesem internationalen Konzertprojekt setzen die Partnerstädte und ihre Ensembles ein klares Zeichen für eine deutsch-polnisch-israelische Kooperation und gegen Antisemitismus. Sie demonstrieren, wie ein grenzüberschreitendes Miteinander sowie ein friedliches Zusammenleben und -arbeiten möglich ist und dass internationale Zusammenarbeit vor allen Dingen auf der Wertschätzung von Unterschieden und gelebter Toleranz basiert.

Gustav Mahler gilt als einer der wichtigsten deutsch-jüdischen Komponisten der Musikgeschichte. Mit der gemeinsamen Erarbeitung und der konzertanten Darbietung der „Auferstehungssinfonie“ würdigen die drei Ensembles zugleich den Einfluss der jüdischen Kultur in Deutschland.

Stefanie Irányi
Photo Credit: Stefanie Irányi

Die Sinfonie trägt den Beinamen „Auferstehungssinfonie“, denn ihr inhaltliches Programm sind die großen Fragen nach dem Sinn des Lebens und des Sterbens. Mit ihrer zentralen Aussage „O glaube: Du wardst nicht umsonst geboren! Hast nicht umsonst gelebt, gelitten!“ richtet sie sich an alle Verfolgten, die Trost bei ihrem Gott suchen. Als eine der größten Sinfonien überhaupt ist sie mit dieser Botschaft und ihrer musikalischen Eindringlichkeit eine der großartigsten Kulturleistungen der europäischen Musikgeschichte. Ihr Schöpfer Gustav Mahler, selbst jüdischer Herkunft, stellte sein Werk in den Kontext eines Glaubens an die Unsterblichkeit der Seele, der über die Grenzen von Religion und Konfession Gültigkeit hat: „… es ist das Fragen und Ringen der Seele um Gott und um die eigene göttliche Existenz über dieses Leben hinaus.“ Die Fragen, die Gustav Mahler in seiner Auferstehungssinfonie aufwarf, stellten und stellen sich die Menschen auch immer wieder insbesondere im Angesicht der Shoah bzw. des Zweiten Weltkriegs aber auch angesichts aktueller Konflikte und Kriege in Europa und der Welt.

Christine Villinger, Presseabteilung, 22.08.2022

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