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Welch' Einstieg in die Adventszeit!

Schon seit mehr als 30 Jahren heißt es einmal im Jahr „Bühne frei“ an der Staatsoper Hamburg. Die Veranstaltung zu Gunsten der Deutschen Muskelschwund-Hilfe e.V steht stets unter einem anderen Motto. „Advent, Weihnachten“ lautete das diesjährige.

Ida Aldrian, Kady Evanyshyn, Elbenita Kajtazi, Jana Kurucová, Ks. Renate Spingler, Alexey Bogdanchikov, Ks. Peter Galliard, Hubert Kowalczyk, Dovlet Nurgeldiyev und Ks. Jürgen Sacher stimmten uns allein oder in Duetten auf den ersten Advent ein.
Durch den Abend führte Schauspieler Gustav Peter Wöhler, einst langjähriges Mitglied am Schauspielhaus Hamburg. Charmant und launig moderierte er nun an diesem Abend,

Dovlet Nurgeldiyev (Foto: Henriette Mielke)

plauderte mit Dovlet Nurgeldiyev, der bald sein Hausdebüt am Gran Teatro del Liceu in Barcelona gibt, und Alexey Bogdanchikov über russische Weihnachten. Auch sprach er voll Empathie mit der Kosovo-albanischen Sopranistin Elbenita Kajtazi über das derzeitige Unglück in deren Heimat und amüsierte sich zusammen mit dem Publikum über die honorige „Sneak-Preview“ der eigenwilligen Version der Weihnachtsgeschichte, mit der die Kammersänger/in Renate Spingler und Jürgen Sacher für den 13.12 . und das literarisch-musikalische Adventskalendertürchen an diesem Tag warben.

Elbenita Kajtazi / Foto: Daniel Sonnentag

Doch er zeigte auch zusammen mit seiner Band seine musikalische Seite, sang, die Hüften schwingend, „Drive“ von den Corrs und „Message in a Bottle“ von Sting und dann zum Abschluss mit alle anderen zusammen „Love is a verb“. Zu allen drei Liedern gab er eine unterhaltsame Erklärung zum Besten, die diese Lieder mit Weihnachten in Zusammenhang brachte.
Auf ganz andere, stillere und wunderschöne Weise zogen jedoch die Sänger in ihren Bann. Die kanadische Mezzosopranistin Kady Evanyshyn eröffnete den Abend mit dem fröhlich, ironischem Lied „Amor“ von William Bolcorn. Sie ließ das Publikum schmunzeln und sich an ihrem Spiel mit Stimme und Sprache erfreuen.

Alexey Bogdachikov/ Foto: Antonina Severova

Besinnlicher gaben sich Dovlet Nurgeldiyev und Alexey Bogdanchikov. Ihr Duett „Panis angelicus“ (Cesar Franck) bestach durch die Harmonie der Stimmen und des einfühlsamen Ausdrucks des Einzelnen.

Elbenita Kajtazi widmete ihre Darbietung des Liedes „Avni Mula“ den Menschen in ihrem Heimatland. Sie tat dies mit echtem Gefühl und klarer, allein durch ihre Klangfarbe in den Bann ziehende Stimme. Die auch in Humperdincks Abendsegen“, den sie zusammen mit Renate Spingler sang, überzeugt.

Auch das Terzett „Wer klopfet an?“, dargeboten von Renate Spingler, Ida Aldrian und Jürgen Sacher, verfehlte seine Wirkung nicht, machte darauf aufmerksam, worum es bei dem wichtigsten christlichen Fest des Jahres wirklich geht.
Bei ihrem Solo „Mariä Wiegenlied“ (Max Reger) zeigte sich die junge Sängerin Ida Aldrian von ihrer zart lyrischen Seite.

Ida Aldrian Foto: Theresa Pewal

 Peter Galliard hingegen bewies bei „Am Himmel stoht es Sternli z’Nacht“, einer Weise aus seinem Heimatland Schweiz, dass er sogar ein wenig jodeln kann.

Bleiben noch Jana Kurucová, die Adolphe Adams an eine Arie erinnerte Melodie, „Minuit chrétien“ gefühlvoll und mit klarem sanften Sopran sang. Und der Bass Hubert Kowalczyk, der das vielleicht originellste Lied des Abends zum Besten gab. „Knecht Ruprecht goes to New York“ ist eine Mischung aus einem ernsten Lied von Max Reger und Michael Bublés „Santa Claus is coming to town“, arrangiert von Rupert Burleigh. Er war auch der zurückhaltende, souveräne Begleiter der Sänger am Piano.
Alles in allem schenkten alle Beteiligten den begeisterten Zuschauern einen vergnüglichen Abend, der die Freude auf den nächsten schürt. Dass dieser Abend auch einem guten Zweck dient, nämlich der Unterstützung des Vereins Deutsche Muskelschwund-Hilfe eV., macht ihn um so schöner.

Birgit Kleinfeld, Aufführung: 30.11.2019

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